Fachbeiträge – Unser Engagement für Qualität und Fortschritt
Unsere Fachbeiträge schaffen Raum für neue Perspektiven, fundierte Erkenntnisse und den wissenschaftlichen Austausch. Wir laden Sie ein, unsere Beiträge zu entdecken, Impulse mitzunehmen und Themen gemeinsam weiterzudenken. Denn wissenschaftlicher Fortschritt lebt vom Dialog, von unterschiedlichen Perspektiven und der Bereitschaft, Wissen zu teilen und weiterzuentwickeln.
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Datengetriebene Entwicklung eines Unterstützungstools zur Moderation von Prozess-FMEA
Veröffentlichung in Q1 2027
Autoren: Lennart Grüger, Conrad Lehmann, Tim Tübbicke, Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll
DOI: ausstehend
Kurzfassung:
Die Qualität einer Erstellung oder Überarbeitung einer FMEA ist erfahrungsgemäß stark von der Erfahrung des Expertenteams abhängig. Darüber hinaus sind die FMEA-Erstellungen oder Überarbeitungen mit einem hohen Zeitaufwand für das gesamte interdisziplinäre Kernteam und folglich einer hohen Bindung von Kapazitäten verbunden.
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines digitales Unterstützungstools mit standardisierten Fehler-, Ursachen-, Maßnahmen- und Bewertungskatalogen, um die Aufwände zur Durchführung eines FMEA-Projektes zu reduzieren. Zu diesem Zweck werden in Zusammenarbeit mit einem lokalen Unternehmen zwölf FMEA-Dateien aus der Industrie systematisch analysiert und über 30.000 Maßnahmeneinträge in unterschiedlichen Varianten auf Basis der inhaltlichen Beschreibungen zusammengefasst. Die extrahierte Datensammlung reduziert die Anzahl der Maßnahmen um über 70 Prozent und kombiniert Funktionen von Systemelementen mit entsprechenden Fehlerarten und -ursachen sowie Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen in einem Katalog. Mittels einer übersichtlich gestalten Bedienoberfläche können FMEA-Moderator/innen, während der Moderationsdurchführung gezielt nach Inhalten filtern. Langfristig soll das Unterstützungstool dazu beitragen, die FMEA-Bearbeitung effizienter, transparenter und reproduzierbarer zu gestalten.
Die Validierung der Wirksamkeit des Tools ist aktuell noch nicht erfolgt, soll jedoch im Laufe des Jahres auf Grundlage der durchgeführten Effizienzanalyse zur Ausgangssituation anhand von realen Projekten erfolgen.
Aktuelle Herausforderungen bei der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse
Veröffentlicht am 01. Mai 2026 in Advances in Manufacturing V
Autoren: Lennart Grüger, Tim Tübbicke, Conrad Lehmann, Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-032-21701-1_7
Kurzfassung:
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) ist eine seit Jahrzehnten bekannte Methode zur Fehler- und Ausfallprävention. Diese kommt unter anderem im Automotive-Bereich sowie der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Trotz zahlreicher bestehender Forschungsarbeiten gibt es noch immer bestehende wiederkehrende Herausforderungen. In der vorliegenden Arbeit wurden über 60 FMEAs, welche nach dem VDA/AIAG-Handbuch erstellt wurden, auf Abweichungen vom Standard untersucht und die häufigsten Auffälligkeiten analysiert. Hierbei wird deutlich, dass wesentliche Herausforderungen in der Übergabe der Dokumente von Design- zu Prozess-FMEA, der Funktions- bzw. Fehlernetzbetrachtung sowie der Formulierung von Funktionen und Fehlerursachen sowie den Maßnahmen liegen. Zu diesem Zweck wurden aus über 300 festgestellten Abweichungen Cluster erstellt und Standardherausforderungen aufgezeigt. Diese Datenbasis soll zum einen als Übersicht zur Sensibilisierung von zu bearbeitenden FMEAs und anderen als Input für eine Fehlerdatenbank Unterstützung der FMEA dienen.